Silber auf Rekordniveau – die wichtigsten Gründe im Überblick

Die Gründe für das Silberhoch

Gold und Silber markieren derzeit ein Rekordhoch nach dem nächsten. Am Mittwoch, 14.01.2026 (07:48 Uhr) lag der Silberpreis bei 90,09 US-Dollar bzw. 77,36 Euro je Unze.

Doch warum steigt Silber aktuell so stark? Dafür gibt es mehrere klare Gründe – vor allem ein Zusammenspiel aus geopolitischer Unsicherheit, knapper werdendem Angebot und einer steigenden Nachfrage nach physischem Silber.

1) Geopolitische Unsicherheit treibt Sachwerte

Die weltpolitische Lage bleibt äußerst angespannt. Entwicklungen und Konflikte in Regionen wie Venezuela, Grönland, Iran, Ukraine, Taiwan oder Mexiko sorgen für Verunsicherung an den Märkten.

Zusätzlich hat China zum 01.01.2026 die Exportbestimmungen für Silber deutlich verschärft. Das reduziert das ohnehin knappe Angebot weiter – ein klassischer Preistreiber.

2) Silber ist knapp – und wird immer knapper

Die Nachfrage übersteigt das Angebot inzwischen seit sieben Jahren – und eine Entspannung ist nicht in Sicht.

Der Grund: Silber ist nicht nur Edelmetall, sondern vor allem unverzichtbarer Industriemetall-Rohstoff. Die Industrie benötigt immer größere Mengen.

Weltweite Silberproduktion: ca. 830–850 Mio. Unzen jährlich

Recycling: zusätzlich ca. 130 Mio. Unzen

Gesamtverfügbarkeit: rund 1 Mrd. Unzen pro Jahr

Dem gegenüber stand zuletzt ein Bedarf von rund 1,3 Mrd. Unzen. Das bedeutet: Es fehlt etwa eine komplette Jahresproduktion an Silber.

Hinzu kommt: Chinesische Unternehmen kaufen inzwischen teils direkt an Minen in Mexiko und Peru – und sichern sich dort bereits die Produktion der nächsten zwei bis drei Jahre, teilweise mit rund 20 % Aufschlag auf den Spotpreis.

3) Papiersilber verliert an Vertrauen

Ein weiterer Preistreiber: das Verhältnis von physischem Silber zu sogenanntem Papiersilber.

Aktuell kommen auf eine Unze physisches Silber etwa 378 Unzen „Papiersilber“ (z. B. Zertifikate oder Derivate). Immer mehr Anleger legen diese Zertifikate bei Banken vor – und verlangen die Auslieferung echter Ware.

Das Problem: Viele Institute haben kaum noch ausreichend physisches Silber, um diese Forderungen bedienen zu können.

Die Folge: Der Markt verschiebt sich deutlich in Richtung physischer Nachfrage, und genau das treibt den Preis zusätzlich.

4) Schuldenkrise als Brandbeschleuniger

Die globale Verschuldung steigt weiter massiv. Die weltweiten Schulden liegen derzeit bei rund 346 Billionen US-Dollar. Allein die USA sind mit etwa 38,6 Billionen US-Dollar verschuldet – mit weiter steigender Tendenz.

Diese Dimensionen sind realistisch nicht mehr „klassisch“ rückzahlbar – und genau das führt direkt zum nächsten Punkt.

5) Inflation: Beginn eines neuen Zyklus

Die wahrscheinlichste „Lösung“ für die Schuldenlast ist eine anhaltende Inflation – also die Entwertung von Geld, wodurch Schulden real betrachtet leichter werden.

Nach dieser Einschätzung beginnt gerade der zweite Inflationszyklus, der deutlich stärker ausfallen könnte als die Phase 2022–2023.

In einem solchen Umfeld profitieren Sachwerte historisch besonders – und Silber gleich doppelt: als Edelmetall und als strategischer Rohstoff.

Fazit

Der Silberpreis steigt nicht aus einem einzelnen Grund, sondern wegen einer Kombination aus:

globaler Unsicherheit,

struktureller Angebotsknappheit,

stark steigender Industrienachfrage,

wachsendem Misstrauen gegenüber Papiersilber,

Schuldenkrise und Inflation.

Genau diese Mischung sorgt aktuell für starken Druck nach oben – und macht Silber so spannend wie lange nicht